Die „Welt am Sonntag“ berichtet über den Lilienhof

Die „Welt am Sonntag“ berichtet über den Lilienhof

 

 

 

Arbeiten wie die Angestellten
Viele mehr Selbstständige könnten mit Laptop und Smartphone theoretisch überall arbeiten. Doch statt Strandkorb oder Sofa wählen sie oft ein Umfeld, das dem althergebrachter Bürojobs frappierend ähnelt.

 

Laptop, Telefon, Headset. Alles, was Jens Huber zum Arbeiten braucht, hat er vor sich auf dem Schreibtisch liegen. Der 46-Jährige ist als selbstständiger Unternehmensberater und Vertriebscoach tätig, er macht das schon seit Jahren und mit großem Erfolg. Doch sein wesentliches Betriebskapital hat der gelernte Kaufmann im Kopf. Für die Kunden würde es keinen großen Unterschied machen, wenn Huber seinen Rechner daheim auf dem Couchtisch aufklappen würde oder im Strandkorb. Sie würden es vielleicht nicht einmal bemerken, wenn er seine Rufnummer auf eine Yacht im Mittelmeer umleiten würde.

 

Tut er aber nicht. Huber kämpft sich morgens durch den Berufsverkehr in die Hamburger Innenstadt. Betritt ein Büro- und Geschäftshaus in der Lilienstraße 11. Begrüßt im ersten Stock den Mitarbeiter am Empfang. Steuert sein Büro am Ende des Ganges an. Nickt im Vorbeigehen Kollegen zu und lässt sich dann hinter den Schreibtisch sinken, wo er die Stunden bis zur Mittagspause verbringen wird. Schaut er aus dem Fenster, ist das wie ein Spiegel. Auf der anderen Straßenseite sitzen Angestellte einer Reederei hinter Glas, die ebenfalls in Telefone sprechen und Sachen in Computer tippen. Ganz normaler Büroalltag. Oder, in Hubers Worten: „Perfekt! Ich bin umgeben von lauter Leuten, die alle hier sitzen, um zu arbeiten und Geld zu verdienen. Genau das ist es, was ich will!“ (…)

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